Vorwort des Autors

Computer, die heute praktizierte Geschäftsmodelle und technische Möglichkeiten des elektronischen Handel(n)s erst entstehen ließen, sollen auch eine möglichst effektive, intelligente und effiziente Nutzung der dabei entwickelten Infrastrukturen ermöglichen. Dies führt zum Ansatz des Softwareagenten, der wie ein menschlicher Helfer nach den Wünschen des Auftraggebers in dessen Auftrag handelt.

Ausgehend vom Grundproblem der Informationsüberlastung, dem Nutzer des Internets und online angebotener bankbezogener Leistungen gegenüberstehen, werden zunächst grundlegende Ursachen und Lösungsversuche diskutiert. Davon ausgehend erfolgt eine umfangreiche Darstellung der bestehenden Infrastrukturen im Internet sowie ein Überblick über die Entwicklung des Marktes der Bankleistungen. Besondere Behandlung erfährt dann die Agentensoftware-Forschung. Agentengrundlagen, Klassifizierungsansätze sowie Überblicke über verschiedene Formen und Probleme von Agentensoftware dienen der Einordnung und vergleichenden Beurteilung der in der Arbeit entwickelten Ansätze zur Agententechnik. Zentraler Abschnitt der Arbeit ist die Semantikanreicherung der elektronischen Beziehungen zwischen Dienstleister und Kunden, welcher Ursachen, Formen und Konsequenzen einer zunehmenden Maschinisierung dieser Beziehung untersucht. Hiermit verbundene Thematiken sind die Besonderheiten von Bankleitungen, die Aspekte menschlicher Wahrnehmung, Differenzierungsmöglichkeiten von Banken und die Entwicklungsschritte zu maschinellen Intermediären. Eine praktische Umsetzung der gesamten Thematik findet im letzten Abschnitt statt, in dem das im Rahmen der Arbeit entwickelte System BrokerSelector, eine Infrastruktur zum automatisierten Vergleich der Leistungen von Online-Brokern, vorgestellt wird.

Das Buch richtet sich auf Grund der Vielfältigkeit der Thematik an unterschiedliche Zielgruppen. So fällt z.B. die kommunikative Beziehung zwischen Unternehmen und Kunde in den Bereich des Marketing, der Untersuchungsgegenstand Online-Brokerage ist Teil des Bankwesens, Agenten- und Programmiertechniken sowie insgesamt Software-Infrastrukturen sind Gegenstand der Informatik. Nicht zuletzt ergibt sich aus der Verbindung der Teilthemen eine Relevanz für Wirtschaftsinformatiker.

Auch wenn das Untersuchungsobjekt Online-Brokerage in letzter Zeit durch weniger positive Schlagzeilen auf Grund von Problemen der Börse von sich Reden macht (Nutzungs- bzw. Umsatzrückgang bei den einzelnen Anbietern sowie eine dadurch bedingte Konsolidierung des gesamten Marktes), so sind die in der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse und verwendeten Beispiele keineswegs mittlerweile hinfällig geworden. Die gesamte Thematik maschinenlesbarer komplexer Produktbeschreibungen und der Agentensoftware stellt weiterhin wichtige Grundlagen für die Erörterung von Fragen und Entwicklung von Infrastrukturen und Geschäftsmodellen für die effiziente Gestaltung des kommerziellen elektronischen Handelns zur Verfügung.

Mein Dank für die Ermöglichung der Entstehung dieser Arbeit gilt Herrn Prof. Paul Alpar sowie Herrn Prof. Ulrich Hasenkamp.

Steffen Leich, Stuttgart, Januar 2002